Die Chronik der FF St.Margarethen an der Raab
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| An einem Winterabend des Jahres 1891 befand sich im Gasthaus Thaller eine kleine Gesellschaft von Grundbesitzern aus St. Margarethen an der Raab und Umgebung. Man diskutierte sehr aufgeregt über die in letzter Zeit rund um St. Margarethen an der Raab aufgetretenen Brände und auch über die rings um unseren Pfarrort entstandenen Feuerwehren in Gleisdorf, Studenzen und St. Marein. Nach langer Diskussion wurde aus Unmut darüber, dass es in St. Margarethen an der Raab keinen solchen humanitären Verein gab, der Entschluss gefasst, innerhalb eines Jahres eine eigene Feuerwehr zu gründen. Dieses Projekt scheiterte jedoch am heftigen Widerstand des damaligen Gemeindevorstandes und musste vorübergehend aufgegeben werden. Die Gemeindeneuwahlen des Jahres 1891 brachten eine umfassende Änderung der Gemeindrepräsentanz, und mit dem neuen Gemeindevorsteher, Herrn Johann Nöst, trat ein Mann an die Spitze, welcher dem Feuerwehrgedanken wohlwollend gegenüberstand. Nun wurde mit neuem Eifer die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr für St. Margarethen an der Raab und Umgebung von dem schon lange gegründeten Komitee in Angriff genommen. Das Komitee bestand aus den Herren Josef Temmel (Oberlehrer), Josef Thaller (Gasthofbesitzer), Karl Farnleitner (Tischlermeister) Franz Fritz (Lehrer), Karl Schantl (Kaufmann), Alois Swetina (Lehrer) Simon Hitter jun. (Grundbesitzersohn aus Kroisbach), Johann Hohensinner (Grundbesitzer aus Dirnreith), Florian Berghold (Grundbesitzer aus Takern II) und Alois Heidinger (Grundbesitzer aus Takern I). Nachdem die Vereinssatzungen am 24. Februar 1892 die behördliche Genehmigung erhalten hatten, konnte bereits am 13. März 1892 die konstituierende Versammlung abgehalten werden. Eine große Zahl von Männern aus St. Margarethen an der Raab und den benachbarten Ortschaften, sowie Abordnungen der Feuerwehren Gleisdorf und Studenzen hatten sich zusammengefunden. Über 60 Leute waren sofort bereit, als ausübende Mitglieder der neu gegründeten Wehr beizutreten.
Die hierauf vorgenommenen Wahlen ergaben folgendes Resultat: Hauptmann: Josef Temmel Stellvertreter: Simon Hitter Steiger: Franz Steinkleibl Stellvertreter: Franz Kundigraber Spritzenzugsführer: Anton Gölles Stellvertreter: Johann Hohensinner Schlauchrottführer: Michael Dampfhofer Stellvertreter: Simon Reisenhofer Zeugwart: Karl Farnleitner Kassier: Karl Schantl Schriftführer: Franz Fritz Schiedsrichter: Josef Thaller und Johann Nöst
Durch die Gründung der Feuerwehr wurde der Bau eines neuen Spritzenhauses mit Steigerturm notwendig und auch eine neue Feuerspritze musste angeschafft werden. Feuerwehr und Gemeinde entschlossen sich, bei der Firma Kernreuter in Wien eine neue Spritze zu bestellen. Die Steigerausrüstung wurde in Graz gekauft. Herr Tischlermeister Karl Farnleitner lieferte dazu vier Steigerleitern, die der Schmiedemeister Peter Tiebeth aus Kroisbach beschlug. Die Freude an der neuen Aufgabe war so groß, dass jedes ausübende Mitglied bestrebt war, ehebaldigst mit selbst angeschaffter Bluse und Kappe in Reih und Glied zu stehen. Von Anfang an wurde auf die Ausbildung der Feuerwehrmänner größtes Augenmerk gelegt. Unter der Anleitung von Herrn Josef Taucher aus Studenzen wurden mehrere Übungsmärsche sowie Spritzen- und Steigerübungen durchgeführt. Die weitere Ausbildung oblag dann dem Spritzenführer Josef Gölles. Am 26. Juni 1892 fand das Gründungsfest und die Spritzenweihe statt. Mit einem feierlichen Gottesdienst mit Kirchenparade wurden die Spritze und das Haus gesegnet. Gleich nach der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr mussten die Männer bei mehreren Bränden rund um St. Margarethen an der Raab ihr Können beweisen. In den folgenden Jahren erlebte das gesamte Feuerwesen in der Steiermark und darüber hinaus einen großen Aufschwung, der jedoch durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges gestoppt wurde. Während des Krieges hatte die Feuerwehr schwere Zeiten zu überstehen. Der politische Umbruch im Jahre 1938 brachte eine gänzliche Umgestaltung des Feuerwehrwesens mit sich. Am 1. Oktober 1939 wurde das Gesetz über das Feuerlöschwesen erlassen. Damit wurden die Freiwilligen Feuerwehren in die „Feuerhilfspolizei“ eingegliedert und deutsche Uniformen eingeführt. Die von den Freiwilligen Feuerwehren bisher gebildeten Vereine und Verbände wurden aufgelöst und ihr Vermögen fiel an die Gemeinden. Gleichzeitig wurde auch erstmals den Gemeinden die Verpflichtung auferlegt, die gesamten Kosten der Feuerwehr zu tragen. Der Ausbruch des zweiten Weltkrieges führte zu einer beträchtlichen Verminderung des Mannschaftsstandes. Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches kam es zum Einmarsch der Roten Armee. Diese machte auch vor den Gerätschaften der Feuerwehr nicht halt und plünderten die gesamte Ausrüstung. Erst nach dem Abzug der Russen, Ende Juni 1945 (die Steiermark wurde anschließende britische Besatzungszone), wurde mit dem Wiederaufbau begonnen. Die folgenden Jahre waren dann für die Feuerwehr St. Margarethen an der Raab eine sehr schwierige Zeit. Es waren keine Geräte und auch kein Geld vorhanden. Außerdem wollte niemand so recht die Führung der Feuerwehr übernehmen. Schließlich berief der damalige Bürgermeister Karl Hütter eine Zusammenkunft ein, an der der Bezirkshauptmann, der Bezirksfeuerwehrkommandant und auch viele Bewohner von St. Margarethen an der Raab teilnahmen. Bei dieser Versammlung wurden dann Anton Kien zum Hauptmann, Kajetan Kundigraber zum Stellvertreter, Eduard Thaller zum Kassier und Johann Haidinger zum Schriftführer vorgeschlagen und bei der folgenden Wahl mit großer Mehrheit gewählt. Dieses Team leitete dann fast 25 Jahre lang die Geschicke der Freiwilligen Feuerwehr St. Margarethen an der Raab. In den folgenden Jahren veränderte die rasch fortschreitende Technisierung und Motorisierung auch die Möglichkeiten der Feuerwehr und somit konnten folgende Geräte angeschafft werden.
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